Review: Asteroid – ASTEROID III

asteroid_-_iiiBlues-Rock-Wunder mit Folk-Archaismus.

Es gibt also auch gute Nachrichten! Asteroid aus dem schwedischen Örebro haben ihre selbst aufoktroyierte Pause erfreulicherweise beendet und das nächste Kapitel geschrieben. ASTEROID III heißt die konsequente Fortführung von ASTEROID und ASTEROID II, eine Platte, die sich bewusst in der Tradition ihrer Vorgänger sieht und die 2007 begonnene Sage von Blues, Fuzz, Folk-Aura und Rock in sieben flammenden Stücken fortschreibt. Robin Hirse singt immer noch so volltönend, inbrünstig und archaisch, als wäre er hauptberuflich in einer schamanischen schwedischen Folk-Truppe für die Anrufungen zuständig, sein erdiges Gitarrenspiel hat auch einen ganz eigenen psychedelischen Zauber. In der klassischen Triobesetzung mit Johannes Nilsson am Bass und Elvis Campbell an den Drums entsteht ein wahrhaft großer Musikmoment, ein vor Energie summendes Etwas, das wie ein Zugpferd mit sich zieht und all die unverfälschte Kraft des Blues offenlegt. Besonders kraftvoll und in seiner Ausstrahlung beinahe schamanisch ist ›Wolf & Snake‹, eine Art Bewerbungsschreiben für den Retro-Thronsaal. Der Anfang verspielt, bluesig, lässig, das Solo ein ekstatischer Fiebertraum, der urplötzlich entfesselte Fuzz-Bass ab Minute vier bläst unter Komplizenschaft eines tonnenschweren Grooves plötzlich alles weg. Ein Wunderding, eine bedeutsame Hymne an das Tier in uns, das mit beinahe sakralem Gesang fesselt und bis zum melancholischen Folk-Ausklang zum staunenden Zuhören zwingt. Wobei, das symbolmächtige ›Them Calling‹ mit den Chören und dem trabenden Takt ist eigentlich fast genauso stark. Neue Bestmarke, ganz klar!

9

Asteroid
ASTEROID III
FUZZORAMA/SOULFOOD