Review: Against Me – SHAPE SHIFT WITH ME

against me albumVerwandlung vollzogen.

Welch große Zäsur eine Wandlung wie die von Sänger Tom Gabel zu Laura Jane Grace, der Frau, die Tom von Ge­­burt an hätte sein sollen, bedeuten muss, können die meisten unter uns nicht einmal erahnen. Dass Laura diesen Schritt, diese Veränderung in einem ge­­samten Album, TRANSGENDER DYSPHORIA BLUES, verarbeiten musste, war da wohl das Mindeste. Vier Jahre ist das jetzt her, Against Me! – damals zwar bereits mehr als eine einfache Punk-Combo – wurden schlagartig in eine nicht-musikalische Rolle gedrängt, nahmen diese an und meisterten sie mit einem begeisternden Album. Die Zeit des Umbruchs ist vorüber und Grace und ihre Band sind in ihrem neuen Leben angekommen, das beweist SHAPE SHIFT WITH ME auf beeindruckende Weise. Textlich widmet sich Grace ausgiebig und selbstbewusst dem Un-Punk-Thema Liebe, tut dies aber auf eine so verletzt (›Boyfriend‹, ›Suicide Bomber‹) wie wütend (›Dead Rats‹) direkte Art, dass es weh tut. Mit einer ebenso nie dagewesenen Selbstverständlichkeit bewegt sich die Band zwischen aggressivem Punk, sentimentalem bis melancholischem Rock/Pop und sogar deprimiertem Wave – ein Album voller Hits.

8/10

Against Me
SHAPE SHIFT WITH ME
Xtra Mile/Indigo