Review: Adrenaline Mob – WE THE PEOPLE

US-Metal mit Wucht und Groove.

Adrenaline Mob haben ihr drittes Studioalbum WE THE PEOPLE mit schon wieder geänderten Line-up eingespielt. Im aktuellen Fall muss man sagen: Sie mussten. A.J. Pero, der auf MEN OF HONOUR noch Star-Trommler Mike Portnoy ersetzt hatte, starb 2015 an den Folgen eines Herz­infarktes. Für ihn sitzt nun Jordan Cannata hinter dem Schlagzeug des Quintetts um die Gründungs-Mit­glieder Mike Orlando und Russell Allen. Musikalisch hat sich beim Mob indes nicht viel geändert: Es dominiert moderner US-Metal mit wuchtigen Riffs und einer starken Groove-Akzentuierung. Allerdings ist die Scheibe einen Tick abwechslungsreicher ausgefallen als die doch recht eindimensionalen Vorgänger. Symphony-X-Sänger Allen drückt den 13 Songs zudem seinen Stempel auf. Los geht‘s mit dem Midtempo-Stampfer ›King Of The Ring‹. Es folgt der Titeltrack ›We The People‹, der streckenweise an Alice In Chains erinnert. ›Chasing Dragons‹ ist dramaturgisch überzeugend aufgebaut, und ›What You‘re Made Of‹ gefällt als schneller, druckvoller Headbanger mit einem flirrenden Gitarrensolo. Zum Abschluss covert die Band noch Billy Idols REBEL YELL – nicht gerade die originellste Wahl. Das Werk bietet einige gute Ansätze, aber ein durchschnittliches Qualitätsniveau übersteigt WE THE PEOPLE leider zu selten. Durchweg gefällt hingegen das Cover-Artwork, das vom zurückliegenden US-Wahlkampf inspiriert ist.

6/10

Text: Matthias Bossaller

Adrenaline Mob
WE THE PEOPLE
CENTURY MEDIA/SONY