Reigning Sound – SHATTERED

470_reigningsound_900px1Perfekte Mimikry: Sixties-Sounds von 2014.

Was treibt nachgeborene Menschen dazu, so klingen zu wollen wie eine Rockband aus den 60er Jahren? Es muss wohl Liebe sein, und die hört man SHATTERED, dem jüngsten Album der in North Carolina ansässigen Band Reigning Sound, auch an.

Greg Cartwright, Sänger, Gitarrist und Songwriter, orientiert sich an jenen Spielarten, die um 1966 in den USA populär waren, an Folkrock, R&B, Psychedelic und Garagen-Sounds, und zwar mit einer Hingabe, dass man tatsächlich geneigt ist zu glauben, einem Album dieser Ära zu lauschen.

Das vordergründig nachvollziehbare Argument, derlei nicht zu brauchen, weil es ja schließlich die Originale gibt, die man jederzeit hören kann, läuft allerdings ins Leere. Denn Reigning Sound destillieren aus den bekannten Zutaten ein erfreulich eigenständiges Gebräu – SHATTERED klingt in der Tat wie der Archivfund einer ambitionierten, talentierten Band, die aus welchen Gründen auch immer über 40 Jahre lang in Vergessenheit geraten ist. Es ist eben kein schlichtes Drei-Akkord-Werk mit durchgetretenem Fuzzpedal, sondern – und damit nähert sich die Mimikry der Perfektion – spiegelt genau jenen Experimentierwillen wider, der damalige Garagen-Acts trotz limitierter Studiotechnik umtrieb. Und Songs schreiben kann Cartwright auch. Gutes Album.