Pothead: Stuttgart, Röhre

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Von der Leichtigkeit des Rock-Seins.

Hippies mit Stirnbändern, Metaller, bärtige Altrocker, Progger, Hemdträger, Normalos. Pothead verbinden Generationen und Genres. So bunt gemischt wie das Publikum in der rappelvollen Röhre. Vorband? Pah. Schlüssel umgedreht, und die Groove-Maschine rast von 0 auf 100. Die im feinen Zwirn gekleideten Dope-Brüder Jeff und Brad und Schlagzeuger Sebastian Meyer halten nichts von ablenken­den Show-Elementen. Außer einem kurzen „Danke“ kommt nichts. Und dennoch entsteht eine herzliche Kommunikation zwischen Fans und Band, die sich im Verlauf des Gigs in eine Mischung aus Rausch und Ekstase steigert. Hier wird gerockt wie Sau, das Zusammenspiel ist unfassbar flüssig, und jeder Song entwickelt sich zum Rhythmus-Monster. Auch diejenigen, die auf CD unscheinbar wirken. Pothead stehen für zeitlosen, intelligenten Gefühls-Rock ohne Ballast, dafür aber vielen Schattierungen: authentisch, eigensinnig und trotzdem zugänglich. Neben Krachern wie ›Toxic‹, ›Rude‹, ›Moctezuma‹, ›Twisted Tomato‹ oder ›Indian Song‹ stellt der Dreier einige Nummern vom neuen Werk POTTERSVILLE vor, darunter das besonders coole ›Rock On, Let’s Rock‹. Pothead bieten, wie eigentlich immer, musikalische Vollbedienung, und auch noch zu einem fairen Preis – super!