Neuigkeiten zu: Axxis

AxxisDas waren noch Zeiten, als Plattenfirmen gegen Bootlegs vorgingen. Heutzutage scheinen von Fans erstellte Konzert­mitschnitte kein Streitthema mehr zu sein. Axxis setzen sogar auf den Charme dieser unverfälschten Live-Dokumente und bringen sie als offizielles Material heraus: und zwar in Form der DVD-Live-CD-Kombination „20 Jahre Axxis“.

Die Hardrocker kündigen das Paket als „offiziellen Bootleg“ an, für das sie extra ein eigenes Label Phonotraxx Publishing ins Leben gerufen haben. Wenn sich die investierte Arbeit lohnt, wollen Axxis künftige Studioalben eventuell ebenfalls selbst veröffentlichen, wie Frontmann Bernhard Weiß erklärt: „Die DVD ist ein Testballon, um herauszufinden, ob sich das Geschäftsmodell für uns angesichts der immer weiter stagnierenden Einkünfte in der Branche rechnet.“

Zunächst heißt es aber erstmal „abwarten und DVD kucken“. Die Eingebung, ein Bootleg zu produzieren und auf den Markt zu bringen, kam der nordrhein-westfälischen Combo, als ein langjähriger Axxis-Liebhaber bei ihnen anfragte, ob er den Gig zum 20-jährigen Bandjubiläum mitschneiden dürfe. Nachdem die Idee, Kopien dieser Aufnahme an-deren Fans im Internet anzubieten, großen Wirbel erzeugte, war klar: Daraus muss ein offizieller Release werden.

Darauf zu hören beziehungsweise zu sehen gibt es Axxis, wie man sie von ihren Live-Festen kennt und liebt: Weiß hält seine berüchtigten ausschweifenden Ansprachen, bei denen er gerne mal vom Hundertsten ins Tausendste kommt, und auch kleine Verspieler sind weder ka­schiert noch herausgeschnitten worden. „Bootlegs sind oft wunderschöne Mo­ment­aufnahmen“, findet Weiß, „weil sie nichts verfälschen, und man ein Konzert, an das man sich gerne zurückerinnern will, genauso nacherleben kann, wie es stattgefunden hat. Und es wird nichts im Studio nachbearbeitet, wie das bei offiziellen Live-Releases sonst immer der Fall ist.“ Im Ideal­fall bekommen die Axxis-Anhänger vor dem heimischen Flatscreen also das Gefühl, mittendrin gewesen zu sein bei der Jubiläumsshow am 13. Dezember 2009 in Bochum.

Lothar Gerber