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Richtungswechsel? Eine Band auf dem Weg nach oben

Oder doch nur ein paar Kanadier, die gern miteinander spielen und durch die Gegend fahren? MICHIGAN WEST, das zweite Arkells-Album, klingt ein bisschen nach beidem. Und schielt mit seinem klassischen Alternative-Rock-Zauber dennoch eindeutig in Richtung großer Hallen.

Diese Band scheint selbst nicht genau zu wissen, wohin sie will. Anders ist nicht zu erklären, warum sie ihr Zweitwerk nach einer großen Kreuzung benannt hat. „MICHIGAN WEST lässt dich erst die Fahrtrichtung wechseln, bevor du deinen ursprünglichen Weg fortsetzt“, so Sänger Max Kerman. Man muss kein Prophet sein, um darin das Konzept des Albums zu sehen. „Ich mag diesen Vergleich, weil ich oft den falschen Weg einschlage, bevor ich herausfinde, wohin ich eigentlich will.“ Das müssen sich die Arkells langsam mal überlegen. Musikpreise, eine Tour mit Billy Talent, jetzt das zweite, sehr eingängige Album. Trotz der schmeichelnden Pop-Patina ist das immer noch Rock, verträumt, mehr als einmal durchaus stadiontauglich und irgendwie auch kanadisch. Dazu passt das sehnsuchtsvolle Cover-Artwork, das für die Reiselust der Band steht. „Wenn wir in Rockclubs spielen, sind die Backstageräume meist düster, geruchsintensiv und deprimierend. Mehr als gute Gründe, die Städte und Gegenden zu erforschen, in denen wir auftreten.“ David Byrnes Buch „Bicycle Diaries“ hat es ihm besonders angetan, ein launiger Reiseroman über die Freuden des Entdeckens. „Seit unserer ersten Europatournee geht mir Deutschland nicht aus dem Kopf“, schwärmt Max. Sein erster Besuch auf dem europäischen Festland – ein voller Erfolg. „Überall gab es Fußgängerzonen, Fahrradwege, Cafés, Restaurants und Parks. Fantastisch!“

Diese Reiselust hat auch ihren Weg auf MICHIGAN WEST gefunden – kombiniert mit der Verbundenheit, die sie zu ihrer Heimat Kanada verspüren. „Hier leben wir, hier wurde die Band gegründet. Unser erstes Album JACKSON SQUARE bezog viele Einflüsse von kanadischen Bands. Das hat sich diesmal geändert, weil wir ungemein viel Spoon, Fleetwod Mac und Vampire Weekend gehört haben.“ Eine Mischung aus Classic Rock und Alternative also, verfeinert von Country und dem berühmten Motown-Sound, der es der Band besonders angetan hat. „Die Arrangements dieser Musik sind einfach unfassbar gut, die Gesangsleistung ist voller Herzblut, das musikalische Können beeindruckend. Man muss schon ein ganz schönes Arschloch sein, um Motown nicht zu mögen. Was ist daran denn bitteschön schlecht?“ Wissen wir auch nicht.