Review: Motorpsycho – HERE BE MONSTERS

MotorpsychoDas fette Ende.

Wir lieben Motorpsycho. Absolut. Doch eine Band, die schon seit Jahrzehnten so fleißig Musik in allen möglichen Stilrichtungen produziert, landet eben zwangsläufig auch mal in einer Sackgasse. Vielleicht lag es daran, dass dieses Projekt zunächst als Auftragsarbeit für die Hundertjahrfeier des Technischen Museums von Norwegen begann, bevor es über die Aufführung hinaus zu einem Album ausgebaut wurde? Jedenfalls erleben wir die Nordmänner zwar enthusiastisch und verschroben wie immer, und wer sich gerne mal auf minutenlange Abspace-Orgien einlässt, die nicht unbedingt in stringente Songstrukturen gezwängt werden wollen, ist bekanntlich an der richtigen Adresse hier. Nur dass sie es diesmal vielleicht ein bisschen übertreiben mit den epischen Klanglandschaften, die streckenweise eher zur verwaschenen Tapete verschwimmen, statt den Hörer wirklich zu packen. Bis zum letzten Song: Ja, ›Big Black Dog‹ wäre mit knapp 18 Minuten eigentlich das Paradebeispiel für ein Stück, das sich selbst zu gut gefällt, um aufzuhören (ja, Frickel-Extremisten, wir blicken in eure Richtung), doch ausgerechnet hier gelingt Motorpsycho das Kunststück, die Ideen, die Schattierungen, die Melodiegewalt und die ergreifende, psychedelische Schönheit ganzer Prog-Doppelalben in einer so entrückenden wie fesselnden guten Viertelstunde zu bündeln. Irgendwie schaffen sie es einfach doch immer wieder – fantastisch!

Motorpsycho
HERE BE MONSTERS
STICKMAN/SOULFOOD
7/10