Meilensteine: Kokain und Heroin bringen Keith Richards vor Gericht

Keith Richards vor Gericht24. Oktober 1978: Rolling Stone Keith Richards muss sich wegen Heroinbesitzes vor kanadischem Gericht verantworten.

Als Keith Richards irgendwann in den Spätsechzigern seinen anfänglich nur gelegentlichen Flirt mit der Killerdroge Heroin begann, ahnte er nicht, welch ein Schlamassel sein Sucht verursachen würde. Dass Richards ein totaler Junkie war, konnten aschgraue Haut, faulende Zähne und ein rascher Alterungsprozess schon Anfang der 70er nicht mehr verhehlen. Jahrelang führte er jene makabre Todesliste an, die notierte, welcher Rockstar wohl als nächstes ableben würde.

Dennoch galt sein Elegantly-Wasted-Look als ultrahip, wie zahlreiche Modeklone nicht nur unter den Künstlerkollegen belegen. Schon mehrmals war Richards aufgrund seiner Prominenz durch die Maschen des Gesetzes ge­­schlüpft, als am 27. Februar 1977 das Schicksal zuschlug: Er, Lebensgefährtin Anita Pallenberg und ihre Kinder Marlon und Dandelion stiegen für einige Tage im Harbour Castle Hilton Hotel im kanadischen Toronto ab, da die Stones am 4. und 5. April Konzertmitschnitte im Club El Mocambo Tavern planten. Kaum eingecheckt, stürmte die Royal Canadian Mounted Police die Hotelzimmer und fand Kokain und Heroin in be­­achtlichen Mengen. Es drohte ein Prozess wegen Drogenbesitzes und -handels, seinerzeit drohten dafür sieben Jahre Gefängnis.

Am 24. Oktober 1978 plädierte der Mann mit der pechschwarzen Rabennestfrisur auf schuldig. Daraufhin wurde die Anklage lediglich auf Besitz von Heroin reduziert. Einmal mehr half ihm seine Prominenz: Wenn er seine Sucht behandeln ließe und ein Benefizkonzert für das Canadian National Institute For The Blind geben würde, käme er mit einem Jahr auf Bewährung davon. Am April 1979 erfüllte Richards mit gleich zwei Benefiz-Konzerten im Oshawa Civic Auditorium die Auflage; bei beiden Shows kamen sowohl die Rolling Stones als auch The New Barbarians mit Ron Wood zum Einsatz.

Ein kanadischer News-Beitrag von 1978 zu Keith Richards: