Meat Loaf – BAT OUT OF HELL

Meat LoafExzellente Hommage an die Eisenhower-Ära:
Du nimmst mir das Wort aus dem Mund!

Zufälle gibt es! Als Meat Loaf erst auf der Theaterbühne, dann im 1974 verfilmten Rock-Grusical THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW die Rolle des ungestümen Motorrad-Lederrockers Eddie gab, ahnte er noch nicht, dass er wenige Jahre später mit einer zumindest musikalisch verwandten Satire Verkaufsrekorde brechen würde: Diffizil den Zeitgeist der Eisenhower-Ära in der amerikanischen Provinz beschwört und verklärt das seither weltweit über 34 Millionen Mal verkaufte und von Todd Rundgren stilecht in frei nach Produzentenlegende Phil Spectors gigantomanischem Wall-Of-Sound konzipierte Elaborat BAT OUT OF HELL. Aufgezeichnet in den Bearsville Studios von Woodstock mit illustren Gästen wie Rundgrens Formation Utopia, Edgar Winter am Saxofon, Vokalistin Ellen Foley sowie Pianist Roy Bittan und Schlagzeuger Max Weinberg, beides Mitglieder von Springsteens E Street Band. Seinen Weg in die Verkaufsregale findet das angeblich schon seit 1972 von Meat Loaf und Komponist Jim Steinman in der Mache befindliche Werk, das immerhin zwei Sequels und eine Menge Gerichtsverfahren nach sich ziehen wird, erst fünf Jahre später. Im Punk-Revolutionsjahr floriert die gleichermaßen an Teenager-Melodramen wie ›Leader Of The Pack‹ des Girl-Trios The Shangri-La’s und Bruce Springsteens Meilenstein BORN TO RUN ausgerichtete Klangnostalgie von ›You Took The Words Right Out Of My Mouth‹, ›Paradise By The Dashboard Light‹ oder ›All Revved Up With No Place To Go‹ wie geschnitten Brot. Steinmans Faible für Richard Wagners opulente Schwelgereien verdanken ›Heaven Can Wait‹ und ›For Crying Out Loud‹ ihre Inspiration. Vor allem das jüngere Publikum in den USA amüsiert sich köstlich über jene Satire, die Amerikas verklemmte Sexualmoral, elitäres Gehabe der Reichen und grenzenlosen Patriotismus auf die Schippe nimmt. Doch nicht nur die Fifties-Hommage wirkt als Erfolgskatalysator. Firmiert doch das Konzept der „Fledermaus aus der Hölle“ in Highschool-Kreisen seinerzeit auch als urkomische „Entjungferungs-Operette“.