Masters Of Rock Antenne: Augsburg, Schwabenhalle

Royal_Republic_Adam_Grahn_02Auch die dritte Auflage des Ein-Tages-Festivals glänzt mit grandioser Stimmung und hochkarätigen Bands.

Aller guten Dinge sind drei. Das dachte sich auch die Rock Antenne und lud am 8. Oktober zur dritten Runde ihres Ein-Tages-Festivals in die Augsburger Schwabenhalle. Da sich die Veranstaltung in den letzten beiden Jahren einen mehr als guten Ruf erspielt hat, muss der Radiosender sein Publikum nicht bitten. Trotz der für die meisten Rocker ungewöhnlich frühen Startzeit von 15 Uhr strömen schon beachtliche Massen in die Messehalle und freuen sich auf einen Tag voller guter Musik und Unterhaltung.

Den Anfang machen A Life Devided aus Bad Tölz. Obwohl die Halle schon gut gefüllt ist, haben die Bayern anfangs das typische Problem der Eröffnungsband: Die Leute blicken zwar interessiert zur Bühne, sind allerdings in ihren Reaktionen noch etwas verhalten. Doch die Mu-siker lassen sich davon nicht be-irren, was nach einer Weile schließlich goutiert wird.

Als nächstes stürmen Royal Republic die Bühne und liefern von Beginn an eine unglaubliche Show. Schon während des ersten Songs wecken sie auch den letzten Besucher auf, keiner bleibt nun mehr ruhig stehen, jeder wird von der unbändigen Spielwut und Power der Schweden angesteckt. Dabei schmettern sie einen Hit nach dem anderen. Vor allem ›Tommy-Gun‹ und ›Underwear‹ werden lauthals mitgesungen. Als die Band die Bühne verlässt, schreit das Publikum nach mehr, so dass die Musiker strahlend zurückkommen und mit ›We Are The Royal‹ noch einmal Gas geben. Doch danach ist leider wirklich Schluss. Schließlich warten noch mehr hochkarätige Acts auf ihren Auftritt.

Als nächstes steht eine Rock-Legende auf dem Programm: Jimi Jamison, der ehemalige Sänger der Band Survivor. Der 60-jährige Musiker ist bei bester Stimme, nur an seiner etwas statischen Performance merkt man, dass er eben nicht mehr der Jüngste ist. Das Publikum wird ein wenig verhaltener. Erst bei Hits wie ›Burning Heart‹ und ›I’m Always Here‹, der Titelmelodie der Serie „Baywatch“, singen tausende Kehlen wieder lautstark mit.

Und es geht weiter mit Classic Rock: Die altgedienten Recken von Bonfire sind schon 40 Jahre im Geschäft und wissen, wie man die Menge gleich für sich einnimmt. Die Stimmung kocht vom ersten Mo-ment an, die Ingolstädter geben al-les, was am Ende mit lautstarken Zugaberufen belohnt wird.

Auch die Stimmung bei Edguy ist von Anfang an prächtig. Die Musiker um den stimmgewaltigen Tobias Sammet haben sichtlich Spaß auf der Bühne, was die Menge noch mehr anheizt. Es wird getanzt, ge-bangt und gesprungen. Die Hessen liefern ein wahres Best-of-Set mit Hits wie ›Robin Hood‹, ›King Of Fools‹ oder ›Superheroes‹.

Mit den H-Blockx wechselt die Stilrichtung nun in den modernen Metal-Bereich. Die Reaktionen des Publikums sind recht unterschiedlich. Während die meisten zu alten Krachern wie ›Risin‘ High‹ oder ›Move‹ begeistert abgehen, senkt sich die Stimmung bei den neueren Songs immer wieder. Es ist ein Auf-und-Ab mit der Begeisterung, bis die Band durch die Zugaben ›Ring Of Fire‹, ›Celebrate Youth‹ und ›Leave Me Alone‹ noch einmal mächtig punkten kann.
Schandmaul müssen anfangs erst einmal mit Problemen kämpfen: Dudelsackspielerin Birgit steckt im Stau fest und stürmt erst beim dritten Lied auf die Bühne. Doch die anfänglichen Schwierigkeiten sind danach schnell vergessen und die Mittelalter-Folk-Rocker finden schnell wieder zu gewohnter Form. Das Publikum ist nach dem langen Tag zwar schon recht müde, macht aber die letzten Reserven locker und tanzt fröhlich mit.

Nach mehr als acht Stunden voller Musik ist das Festival schließlich am Ende und erneut ein voller Erfolg. 8000 glückliche Besucher verlassen das Augsburger Messegelände mü- de, aber strahlend und freuen sich sicher schon auf nächstes Jahr, wenn das Masters Of Rock Antenne in seine vierte Runde geht.