Live: Triggerfinger

TriggerfingerMünchen, 59:1

Stadionposen im Club.

Mit ihrem dritten Studioalbum ALL THIS DAN­­­­CIN‘ AROUND, das vergangenen Herbst erschienen ist, haben Triggerfinger fraglos ihre bislang beste Platte abgeliefert. Das abwechslungsreiche Werk ist quasi eine Bewerbung für höhere Aufgaben, sprich: für Konzerthallen beziehungsweise sogar -arenen. Die Realität jedoch sieht – zumindest derzeit noch – anders aus. Das Trio aus Brüssel gastiert wie eh und je in den Clubs der Metropolen, die es ansteuert. Macht aber nichts, dort fühlen sich sowohl die Band als auch ihre Fans zu Hause. Die herausfordernden Gesten und Ansagen, die immense Lautstärke und heulenden Feedbacks, mit denen Frontmann Ruben Block, Schlagzeuger Mario Goossens und Basser Paul Van Bruystegem ihren Live-Gig im Münchner 59:1 bestreiten, machen jedoch unmissverständlich klar: „Wir gehören auf die große Bühne, am besten in ein Mega-Stadion!“

In feinem Zwirn und mit ansprechend-grimmigen Blick starten Triggerfinger mit ›I’m Coming For You‹ und überzeugen direkt mit einem machtvollen Hauptriff, wovon – so viel wird später klar – die Musiker noch eine Menge mehr im Gepäck haben. Es gibt or­­dentlich was auf die Ohren, doch auch für andere Körperteile fällt etwas ab: „Ich kann sehen, dass ihr darauf steht, euer Hinterteil zu bewegen“, zieht Ruben Block in der Mitte des Sets ein Zwischenfazit und lobt das frenetisch mitgehende Publikum: „Genau das hat Gott im Sinn ge-habt, als er eure Pobacken erschaffen hat.“

Ge­­bieterischer gibt sich der Graubart, als er ›My Ba-by’s Got A Gun‹ mit den Worten „Es fängt als ganz, ganz kleiner Song an…“ ankündigt und ihm ein Besucher mit einem gebrüllten „Warum?“ in die Parade fährt. „Weil ich’s sage.“ Genau. So schaut’s nämlich aus. Wäre doch gelacht, wenn die belgischen Queens Of The Stone Age nicht ihren Weg in große Venues finden würden.

Lothar Gerber

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