Live: Beth Hart und Wishbone Ash

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Beth Hart
Substage, Karlsruhe

Stinkige Schweißfüße und High Heels

Ihre letzte Europashow 2012 spielte Beth Hart in Karlsruhe, ihre Nachholshow für das am 02.12. abgesagte Konzert. Diese Absage hatte einen triftigen Grund: Beth folgte einer Einladung von Jeff Beck, um ein Tribute-Konzert für Buddy Guy im Kennedy Center Washington zu spielen, mit anschließendem Dinner im Weißen Haus. Wenn das mal kein Verlegungsgrund ist! Beth und ihrer exzellenten Begleitband merkte man das stressige Jahr, das hinter ihnen lag, zwar an, aber im Ganzen gesehen bot man einen souveränen Gig, der die markanten Stärken der in L.A. ansässigen Sängerin in den Vordergrund stellte. Die eh schon enorme Ausstrahlung der Lady wurde von einem äußerst figurbetonten Bühnendress noch verstärkt und Hart kokettierte gezielt immer wieder mal deutlich mit ihren weiblichen Reizen. Respekt muss man der Dame zollen hinsichtlich der High Heels – und diese verdienten an diesem Abend das Attribut „high“ in jeder Hinsicht –, die sie während der Show trug, ohne unkontrolliert herumzustolpern. Die Setlist bestand aus 18 Songs, davon fünf vom aktuellen Release BANG BANG BOOM BOOM. Zudem kamen die Karlsruher Fans, knapp 900 an diesem Abend, in den Genuss eines unveröffentlichten Songs über die stinkigen Schweißfüße ihres Ehemanns, der als persönlicher Roadie seiner Frau auf dieser Tour fungierte! Die Songauswahl an sich war nicht ganz so rockig, wie man es sich wünschte, einige Kracher bzw. Hits wie ›Leave The Light On‹, ›Lifts You Up‹ oder der monumentale ›L.A.Song‹ blieben leider außen vor. Unmut machte sich dennoch nicht breit bei den Anwesenden, die immer dann aus dem Häuschen waren, wenn Mrs. Hart und ihre Band härter rockten und sie mit ihrer gewaltigen, unverwechselbaren Stimme die Songs dominierte. Die Hingabe der Fans veranlasste die sympathische Sängerin immer wieder zu Danksagungen, wie sie es genieße, für sie zu spielen, was diese mit noch mehr Applaus quittierten. Ein gelungener Abend für beide Seiten, bevor sich Hart und Band in den verdienten Urlaub verabschiedeten.

Text: Jürgen Tschamler

Wishbone Ash
Alte Seilerei, Mannheim

Noch immer ganz die “Alten”

Wishbone Ash sind eine der großen noch auf den Bühnen dieser Welt lebenden Legenden. Seit 43 Jahren sind sie nun unterwegs und haben in dieser Zeit bahnbrechende und grundlegende Neuerungen in den Rock gebracht. Besonders mit ihrem berühmten Twin-Guitar-Sound beeinflussten sie unzählige Bands. Zugegeben, hinter dem Namen Wishbone Ash verbirgt sich mit Frontmann Andy Powell nurmehr ein aktives Gründungsmitglied, dennoch haben The Ash kein bisschen nachgelassen. Noch immer grasen sie bis zu 200 Gigs pro Jahr ab und haben dabei nicht an Qualität verloren. So auch ihre Darbietung an diesem Abend in der Mannheimer Alten Seilerei. Mit ›The King Will Come‹ und ›Throw Down The Sword‹ legen Powell und seine Mitmusiker Muddy Manninen an der so wichtigen zweiten Leadgitarre, Bob Skeat am Bass und Joe Crabtree am Schlagzeug gleich zwei ihrer berühmtesten Frühwerke auf die Bretter der Bühne. Gewohnt melodisch harmonieren dabei die beiden Gitarren mit dem Gesang Powells. Nicht nur alte Kracher, auch neuere Songs wie ›Heavy Weather‹ vom 2011er Album ELEGANT STEALTH finden ihren Weg in das Konzert und fügen sich gewandt in die insgesamt zwölf Songs umfassende und fast zwei Stunden dauernde Setlist ein. Die Stimmung dieser Show kulminiert bei Publikum und Band gleichermaßen während einer etwa 20-minütigen Version von ›Phoenix‹, bevor die Ash-Fans am Ende mit ›Errors Of My Way‹ und ›Blowin‘ Free‹ zufrieden in die Nacht entlassen werden.