Letzte Instanz

letzteinstanz_2010_lineup_sommer2010 @ Abdraj SonnenkalbDass Trilogien einen besonderen künstlerischen Reiz und Stellenwert haben, ist allseits bekannt. Filmreihen wie „Der Pate“, „Der Herr der Ringe“ oder „Matrix“ stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala von Fans und Kritikern, und auch musikalische Dreiteiler wie Meat Loafs BAT OUT OF HELL-Reihe oder die Bob Dylan-Trilogie finden großen Anklang. Nun schlagen auch die deutschen Alternative-Rocker Letzte Instanz diesen künstlerischen Pfad ein. Mit SCHULDIG lieferten sie Anfang 2009 den ersten Teil, Anfang Oktober folgte nun das zweite Kapitel HEILIG. Dabei entwickelte sich die Idee zu einem musikalischen Dreigestirn eigentlich erst, nachdem SCHULDIG schon fertiggestellt war. „SCHULDIG war so ein Album, bei dem alle aus dem Studio gekommen sind und gesagt haben: Ja, das ist es“, erklärt Violinist M. Stolz. „Und als wir gesehen haben, welch positive Resonanz das Album auch beim Publikum hervorruft, haben wir überlegt, ob wir das nicht stilistisch fortführen sollten.“ Zuerst entstand die Idee, mit dem nächsten Album ein Gegengewicht zu SCHULDIG zu schaffen, bevor man sich schließlich entschied, das Ganze mit einem dritten Album thematisch und musikalisch abzuschließen. Dieses Gegengewicht stellt nun HEILIG dar, was man schon auf den ersten Blick erkennt. Zierte das Cover von SCHULDIG ein dunkler, weiblicher gefallener Engel, erstrahlt auf dem HEILIG-Booklet nun ein weiß gekleideter, männlicher und selbstbewusster Himmelsbote. Der rote Faden ist hier zum einen das Motiv des Engels und die Tatsache, dass es wieder aus der Feder von Comic-Zeichner Ingo Römling stammt. Auch musikalisch ist das neue Album eine Mischung aus Fortführung und Gegensatz. „Bei SCHULDIG ging es sehr direkt in eine Rockrichtung, während HEILIG wieder ein bisschen breiter geworden ist, ohne allerdings den Weg von SCHULDIG zu vernachlässigen“, erklärt Sänger Holly das Konzept. „Wir haben für HEILIG auch Lieder geschrieben, die den Bogen etwas weiter spannen und verschiedene Stimmungen schaffen. Ich würde diesen Stil als Brachialromantik beschreiben.“

Die Ideen zum dritten und abschließenden Teil sind schon vielfältig, doch verraten will die Band noch nichts. „Ich könnte dir jetzt schon von unseren Plänen erzählen“, meint Holly mit einem verschmitzten Grinsen. „Aber dann müsste ich dich verschwinden lassen und selbst flüchten.“ Und da die Band im Herbst und Winter etliche Konzerte plant, wäre das strategisch sicher unklug. Aber besonders lange wird das neue Album nicht auf sich warten lassen.

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