Kyng – Keine Tricks und hohe Ziele

KYNG-3-300dpi _Tory_Pendergrass copy„Heavy, ehrlich und fokussiert“, das sind die Schlagworte, die Kyng selbst benutzen, um ihr packendes Zweitwerk BURN THE SERUM zu beschreiben. Bei dem durchschlagskräftigen kalifornischen Trio mit mexikanischen Wurzeln trifft eine unverhohlene Liebe zum Metal und Hard Rock der 70er Jahre auf ein Faible für melodische Songs und durchdachte Texte. Dabei waren Sänger/Gitarrist Eddie Veliz, Bassist Tony Castaneda und Drummer Pepe Clarke Magana vor rund sechs Jahren eigentlich nur auf der Suche nach ein wenig musikalischer Zerstreuung abseits ihrer sonstigen Band-Aktivitäten, als sie sich zum ersten Mal im Proberaum trafen. Doch aus ein bisschen ungezwungenem Jammen wurde schnell mehr. „Magisch“ nennt Pepe die erste gemeinsame Probe, als wir ihn beim Tourstopp in Boise, Idaho, erwischen. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine so starke Verbindung zu anderen Musikern gespürt zu haben“, sagt er und klingt selbst heute noch ein wenig verwundert über den unerwarteten Segen. Konkrete musikalische Ziele hatten Kyng allerdings zunächst nicht. „Wir haben die Band nicht gegründet, weil wir auf der Suche nach einem bestimmten Sound waren“, erklärt Pepe. „Unsere Musik spiegelt einfach wider, dass wir alles von Black Sabbath, Jethro Tull und Thin Lizzy über Alice In Chains, Foo Fighters und Soundgarden bis hin zu Slayer, Megadeth und Sepultura mögen.“ Bald klarer umrissen waren dagegen die Kyng’schen Ambitionen. „Wir hatten immer hohe Ziele“, bestätigt Pepe. „Wir wollten definitiv von Anfang an mehr sein als nur eine lokale Größe.“ Dafür hat das in Los Angeles heimische Trio in den drei Jahren seit der Veröffentlichung seines Debüts TRAMPLED SUN hart gearbeitet und viel Zeit mit The Sword, Black Stone Cherry und In Flames auf Tour verbracht. Für den Nachfolger griffen Kyng zudem auf das erfahrene Produzententeam Jim Rota und Andrew Alekel zurück. Doch auch wenn die beiden während der Sessions das Optimum aus Band und Material herauskitzelten, ist Pepe davon überzeugt, dass die Grenzen des in klassischer Power-Trio-Besetzung Machbaren für Kyng noch lange nicht erreicht sind. Spuren aus der Konserve dazu zu mogeln, kommt deshalb für seine Band nicht infrage. „Dass Musiker zu Backingtracks spielen, sieht man ja mittlerweile überall. Wir sind allerdings strikt dagegen“, sagt der Trommler bestimmt. „Wenn du uns live siehst, hörst du ausschließlich das, was wir selbst spielen!“ Schließlich sind Kyng nicht nur heavy und fokussiert, sondern eben auch ehrlich.