Review: Kvelertak – NATTESFERD

kvelertak albumKvelertak entdecken die 80er Jahre.

Kvelertak, das sind böse Buben zum Gernhaben. Zügellose Norweger mit Bierbauch, Bart und jeder Menge Tattoos, die uns auf bislang zwei Alben gehörig den Marsch geblasen haben. Ihr ruppiger, aber herzlicher Mix aus Punk, Black Metal und Hardcore begeisterte so ziemlich jeden zwischen Kutte und Corpsepaint, mit den Artworks von Baroness-Fronter John Baizley konnte man zudem sogar die Turnbeutelfraktion begeistern. Jetzt pusten Kvelertak den Hipstern aber ein für alle mal den Schaum von ihrer Chai Latte: NATTESFERD, der dritte Streich der Stavanger-Hitzköpfe, trumpft visuell mit einem nostalgischen 80er-Metal-Cover auf, konsequenterweise gibt es mit ›1985‹ gleich die passende Glam-Hymne dazu. Richtig gehört: Weniger hip und zeitgeistig ist NATTESFERD geworden, frönt mehr denn je klassischem Hard Rock und Proto-Metal, hat aber nach wie vor den Schalk im Nacken und den Groove im Hintern. Natürlich krakeelt Erlend Hjelvik immer noch so viel, wie sein Norwegisch hergibt, natürlich darf es immer noch schmutzig zur Sache gehen. Eine musikalische und thematische Hinwendung gen 80er ist jedoch unüberhörbar. Das macht Laune. Ein wenig muss man sich allerdings schon daran gewöhnen.

Kvelertak
NATTESFERD
ROADRUNNER RECORDS
7/10