Review: Hodja – HALOS

hodjaNoch mehr Mississippi-Delta-Voodoo-Gospel-Blues aus Kopenhagens Freistaat Christiana.

Nachdem Hodja, das Parallelprojekt der dänisch-amerikanischen Combo Reverend Shine Snake Oil Co., auf dem letztjährigen Debüt in schöner Rock’n’Roll-Tradition passioniert den Leibhaftigen beschworen, wendet sich das Triumvirat nun Heiligerem zu: HALOS, Glorienschein, behält auf elf Tracks die stilistische Ausrichtung bei, drosselt aber das Tempo um die Hälfte. Auch ohne Luzifer funktioniert der manische Mississippi-Delta-Voodoo-Gospel-Blues von Sänger Claudius Abesodo Gamiel Winston King Pratt, Schlagzeuger Matthias Arbo Klein sowie Multiinstrumentalist, Produzent und Komponist Boi Holm wie geschmiert. Der in verschleppte Blues-Noten getauchte Titelsong steigert sich von der Ballade zur Kakophonie, bevor er als andächtige Liturgie endet. ›Gazelles‹ ruft in semiakustischer Americana-Geschmeidigkeit Erinnerungen an den frühen Gun Club wach. Ordentlich Gas geben eigentlich nur die vital verzerrte Gitarre und der wuchtige John-Bonham-Bumms in ›Cheap Wine‹, wobei Pratt seine Stimmbänder bis zur Laryngitis malträtiert. Erneut auf strapaziöse Fährtensuche im Blues-Dickicht begibt sich ›Never Gonna Be Mine‹, ›Other Lovers‹ gefällt sich indes im von George Clinton, Sly Stone und James Brown infizierten Funk-Wahn. Wie ein Beschwörungsmantra mutet ›Before The Rain‹ an, ›Communication‹ taumelt im Sog einer psychotischen Wah-Wah-Gitarre. ›Broken Engine‹ schnurrt zärtlich im zeitlupenhaften Slide-Gitarren-Modus, während sich im langsamen Blues-Schwall ›No Tomorrow‹ die Hoffnungslosigkeit breit macht. Allmähliche Transzendenz erfolgt im nebulösen ›Every Time You Hang Your Coat‹, zum Finale tuckern Hodja entlang endloser nächtlicher Highways und fordern: ›Turn Down The Noise‹.

Hodja
HALOS
NOISOLUTION
8/10