Review: Henrik Freischlader Trio – OPENNESS

freischlader trioAuszeit sinnvoll genutzt – Gitarrenspiel hörbar verbessert.

Der Akku musste geladen werden, weshalb Deutschlands profiliertester Bluesgitarrist eine ausgedehnte Kreativpause einlegte. Die Mitstreiter der Henrik Freischlader Band, verabschiedeten sich, der Mann mit der Mütze musste sich also neue Musiker suchen. In Bassist Alex Grube und Schlagzeuger Michael Grabinger fand er zwei Groove-Beauftragte, die sowohl stoisch den Beat halten, als auch rhythmisch explodieren können, wenn es gefordert wird. Am Wuppertaler Gitarristen fasziniert besonders sein reifer Ton, der klingt als sei Freischlader schon jenseits der Fünfzig, dabei ist er in Wahrheit Jahrgang 1982. Für Klampfen-Enthusiasten ist der Schritt zum Trio ein Glücksfall, ohne Orgel im Rücken müssen die Saiten doch mehr Räume füllen, und diese Herausforderung löst Freischlader mit Bravour. Stilistisch geht es quer durch den Garten, ›Openness‹ entfaltet sich als komplexer Rocker, ›Early Morning Blues‹ ist ein Zwölftakter reinsten Wassers, ›Lord Have Mercy‹ zeigt sich als Rock’n’Roll alter Schule, ›His Love‹ beendet die Scheibe mit akustisch-besinnlichen Saitenklängen. Auch als Sänger ist Henrik gereift, allenfalls für die teils klischeetriefenden Texte gibt’s Luft nach oben. Insgesamt dennoch ein nahezu hundertprozentiger Volltreffer.

Henrik Freischlader Trio
OPENNESS
CABLE CAR/ALIVE
8/10