Golden Earring: Kerkrade, Rodahal (21.11.15)

Golden Earring @ Kees Tabak  (7)Heimspiel am Wochenende.

„Golden Earring muss man in Holland sehen, alles richtig gemacht“, schreibt ein Kollege. Und er hat Recht. Wenn sich eine der dienstältesten Rockbands der Welt nicht nach Deutschland begibt, muss man eben über die Grenze. Ob auch Deutsche anwesend seien, fragt Sänger Barry Hay dann auch. Klingt logisch, denn Kerkrade liegt zehn Kilometer hinter Aachen. Die Stadthalle ist voll, das Publikum sieht alles andere als nach Rockkonzert aus, neben der Senioren-Tribüne steht eine ältere Dame mit Rollator. Man merkt, Golden Earring feiern dieses Jahr den 50. Jahrestag ihrer ersten Single-Veröffentlichung. Dazu passen auch die arbeitnehmerfreundlichen Konzerttermine am Wochenende. Dementsprechend locker ist die Stimmung, von Terrorgefahr oder gar –Angst ist nichts zu spüren. Nach 45 Minuten „Happy Hardrock“ der Dirty Denims aus Eindhoven schlurfen vier ältere Herren ganz unspektakulär auf die Bühne und liefern in knapp zwei Stunden eine Vorstellung ab, die den legendären Live-Konzerten aus den 70ern in Nichts nachsteht, Bass- und Schlagzeugsolo inklusive. Es ist erstaunlich, der Zahn der Zeit hat an Golden Earring nur ganz zart geknabbert. Die Haare sind zwar grauer und die Bäuche ein wenig dicker geworden, aber musikalisch läuft das Quartett rund wie ein Uhrwerk. Das wundert nicht, denn Sänger/Gitarrist Barry Hay, Gitarrist/Sänger George Kooymans, Bassist Rinus Gerritsen und Schlagzeuger Cesar Zuiderwijk spielen seit 1970 (!) zusammen. Golden Earring sind weit mehr als das vermeintliche ›Radar Love‹-One-Hit-Wonder, nicht nur für ›Another 45 Miles‹ oder ›Twilight Zone‹ hätten sie einen Grammy verdient gehabt. Und warum die Ballade ›Going To The Run‹ vom 91er-Meisterwerk BLOODY BUCCANEERS kein Welthit geworden ist, verstehe ich bis heute nicht.

  • Phil

    Zu einem Live-Bericht fände ich persönlich es ja ganz schön, wenn man auch passende Live-Photos und keine ollen Studio-Promobilder zu sehen bekommen könnte…