Review: Fates Warning – THEORIES OF FLIGHT

fates warning theoriesEine weitere Sternstunde.

34 Jahre, zwölf Alben, unzählige Besetzungswechsel – Fates Warning sind einen langen Weg gegangen. Nur Gitarrist und Mainman Jim Matheos ist vom originalen Line-Up noch übrig geblieben. Sänger Ray Alder ist seit 1988 dabei, Bassist Joey Vera (auch noch bei Armored Saint beschäftigt) greift seit 1997 in die Saiten und Drummer Bobby Jarzombek (ehemals Riot, Halford) ist erst zum zweiten Mal am Start. Betrug die Funkstille zwischen den Vorgängeralben DARKNESS IN A DIFFERENT LIGHT (2013) und FWX (2004) fast ein Jahrzehnt, ist das Quartett diesmal wesentlich flotter zu Werke gegangen. Langzeit-Gitarrist Frank Aresti ist ebenso wie Tourgitarrero Michael Abdow lediglich auf einigen Tracks zu hören. Vermutlich werden Fates Warning nie wieder die kongeniale Mischung aus Melancholie, kommerziellen Melodien und progressiven Elementen wie auf PERFECT SYMMETRY und PARALLELS erreichen, aber auch das zwölfte Studioalbum ist fast ausschließlich mit Sternstunden bestückt. Zwei der acht Songs erreichen mühelos die Zehnminuten-Marke und zählen zu den Höhepunkten von THEORIES OF FLIGHT. Das komplett verschachtelte ›The Light And Shade Of Things‹ pendelt zwischen progressiv-speedigen Parts, ruhigen Gitarrenfiguren und eingängigem Chorus hin und her. Das geringfügig längere ›The Ghosts Of Home‹ reflektiert Matheos’ Kindheit mit acht Umzügen in neun Jahren, wie sich der häufige Schulwechsel auf seine Persönlichkeit ausgewirkt hat und ist eine musikalische Tour de Force der Extraklasse. ›White Flag‹ ist für Fates Warnings Verhältnisse recht hart geworden und der Opener ›From The Rooftops‹ schon jetzt ein Klassiker der Band und in einem Atemzug mit ›Through Different Eyes‹ und ›Leave The Past Behind‹ zu nennen. Abermals ein großartiges Album, das lediglich durch das filigrane Drumming von Ex-Mitglied Mark Zonder hätte aufgewertet werden können.

8/10

Fates Warning
THEORIES OF FLIGHT
INSIDE OUT/SONY