Review: Europe – WAR OF KINGS

EuropeErfrischend bombastfrei.

Europe? Da war doch was: ›The Final Countdown‹! Ist mittlerweile zwar schon ewig her, aber die Melodie kann selbst heute noch jeder 14-Jährige im ersten Vollrausch auf dem Weg ins Krankenhaus mitsingen. Seitdem sind gut drei Jahrzehnte ins Land gezogen –Ganzkörper-Dauerwelle, Spandexhose und Goldkettchen gehören der Vergangenheit an. Rocken können die fünf Schweden immer noch. Ihr zehntes Studioalbum WAR OF KINGS, das von Dave Cobb (Rival Sons) in Stockholm produziert wurde, orientiert sich laut Frontmann Joey Tempest an Jugendhelden wie Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath. Der straighte Titeltrack, das folgende ›Hole In My Pocket‹ und ›Praise You‹ sowie einige weitere Songs bestätigen diese Aussage: wenig Bombast, Konzentration aufs Wesentliche, erdiger Hard Rock mit Charakterstimme und Blues-Einschlag. Okay, manche Gitarrensoli kleben zäh wie Kaugummi an der Schuhsole und Songtitel wie ›Rainbow Bridge‹ oder ›Angels (With Broken Hearts)‹ schwingen die Klischeekeule, aber unter dem Strich haben Europe auf diesem Album viel richtig und wenig falsch gemacht. Auch ohne Spandex.