Drummer-Götter: Die 20 besten Schlagzeuger

PHIL RUDD
Phil Rudd

Geboren als Phillip Hugh Norman Witschke Rudzevecuis ist der stoische (mittlerweile wieder Ex-)Trommler von AC/DC der einzige geborene Australier der Band. Als Spezialist für kraftvoll-schnörkelloses Drumming mit markant zischelndem Hi-Hat, ist Rudd der Lieblingsschlagzeuger der Gebrüder Angus und Malcolm Young. Dennoch feuerten sie ihn 1983, damit er seine Drogenprobleme in den Griff bekommen konnte. Zuvor war es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Malcolm gekommen. Phil Rudd, der eine Pilotenlizenz besitzt, gründete eine Helikopterfirma in Neuseeland. 1994 heuerten die Youngs ihn erneut an, bis kurz vor der „Rock Or Bust“-Tour spielte er für die Boogie-Zwerge, dann kamen seine bekannten Probleme zurück. Einfach, aber effektiv.

Größter Moment: ›Shoot To Thrill‹ (BACK IN BLACK, 1980):

RINGO STARR
Ringo Starr 2012 (2)

Lange Zeit sträflich unterschätzt, mittlerweile gefeiert für sein stets songdienliches, enorm flüssiges Spiel. Auch sein Sound setzte Maßstäbe, gegen Ende der Beatles-Zeit ließ er die Resonanzfelle der recht tief gestimmten Toms weg und dämpfte die Schlagfelle, was einen charakteristisch trockenen Klang ergab. Richard Starkey, so sein wahrer Name, war bereits vor den Beatles ein lokaler Star in Liverpool, erste Erfolge feierte er bei Rory Storm & The Hurricanes, 1962 stieg er dann bei den Fabs ein und sang sogar gelegentlich. Auch von seinem Humor profitierten die Beatles, seine Sprüche wie ›A Hard Day’s Night‹ und ›Tomorrow Never Knows‹ avancierten prompt zu Songtiteln. Nach acht Jahren mit den Beatles startete er eine Solo-Karriere, momentan ist er mit seiner All Starr Band unterwegs. Sein wohl größtes Verdienst: Weltweit Zehntausende Jugendliche wollten es ihm gleichtun und lernten Schlagzeugspielen. Es gibt sicher niemanden, der mehr Menschen zum Trommeln inspiriert hat.

Größter Moment: die Drum-Fills bei ›Rain‹ (Single-B-Seite, 1966):

BILL WARD

Bill Ward (rechts)

Mit Black Sabbath erfand Bill Ward den „Heavy Metal“, der in seiner Form wiederum Genres wie Stoner Rock und Doom Metal maßgeblich formte. Als Kind verehrte er Trommler wie Gene Krupa, Buddy Rich und Louie Bellson. In einigen Vorläuferbands spielte Ward Blues, bevor er sich schweren Hard-Rock-Rhythmen zuwandte, dabei ergriff er die Sticks stets „falsch“ herum, d.h. er schlug mit dem schwereren Ende auf Trommeln und Becken ein. Zwischen 1970 und 1980 trommelte er auf sämtlichen klassischen Sabbath-Alben. Bei den Songs ›It’s Alright‹ (TECHNICAL ECSTASY, 1976) und ›Swinging The Chain‹ (NEVER SAY DIE, 1978) übernahm er zudem den Gesang. In den 80ern zog sich Ward zurück und kümmerte sich um seine angegriffene Gesundheit. In den 90ern veröffentlichte er zwei Solo-Alben, WARD ONE (1990) und WHEN THE BOUGH BREAKS (1997).

Größter Moment: ›War Pigs‹ (PARANOID, 1970):

CHARLIE WATTS
Charlie Watts

Als 13-Jähriger sammelte er Jazzplatten, etwa von Thelonious Monk und Charlie Parker. Sie begeisterten ihn derart, dass er damit begann, Schlagzeug zu üben. Später besuchte Watts die Londoner Kunsthochschule. 1961 traf er Alexis Korner, der ihn in seine Band Blues Incorporated einlud. Mitte 1962 arbeitete Charlie in einer Werbeagentur, als er die übrigen Rolling Stones traf, denen er ´63 beitrat. Sein extrem reduzierter Stil begründete eine Schule des Rockdrumming, so suchten etwa die Pretenders explizit einen Trommler, der so solide und verlässlich spielt wie Charlie Watts. Abgesehen von den Stones trommelte er Boogie Woogie mit Rocket 88, tourte mit Big Bands, hatte sein Charlie Watts Quintet und ein Projekt mit Drum-Kollege Jim Keltner. Er startete zudem die Band ABC & D mit den Pianisten Axel Zwingenberger und Ben Waters sowie Dave Green am Bass. Watts ist ein typisch englischer Exzentriker, der das Mobiliar seiner Hotelräume zeichnet, Pferde züchtet und (obwohl ohne Führerschein) einen Rolls Royce besitzt, in den er sich lediglich setzt, um dem Klang des Motors zu lauschen.

Größter Moment: ›19th Nervous Breakdown‹ (Single) hier spielt Watts puren Jazz:

BRAD WILK
Brad_Wilk

Zum Erstaunen vieler wählte Produzent Rick Rubin Wilk als Bill-Ward-Ersatz für das höchst erfolgreiche Comebackalbum 13 von Black Sabbath. Rubin begründete seine Entscheidung mit den Jazz-Wurzeln des ungemein schlagkräftigen Drummers, der Elvin Jones, John Bonham und Keith Moon als Vorbilder nennt. Seinen Durchbruch hatte Wilk mit Rage Against The Machine. Deren Gitarrist Tom Morello hatte ihn bei Auditions seiner vorigen Band Lock Up kennengelernt, bei denen Wilk jedoch durchfiel. Bei RATM befeuerte er mit peitschendem Beat die politischen Parolen von Zack de la Rocha. Nach dem Ende von RATM war er Teil von Audioslave (mit Sänger Chris Cornell, Morello und RATM-Basser Tim Commerford). Momentan ist er mit seiner neuen Band The Last Internationale im Studio.

Größter Moment: ›Killing In The Name‹ (RAGE AGAINST THE MACHINE, 1992):

  • Eddie Jobson

    Danke für die gelungene Zusammenstellung ! Nur Chris Slade wird ungern lesen, dass Phil Rudd immer noch bei ACDC trommelt… .

  • Jens Poenitsch

    Classic Rock? Queen? Roger Taylor? Ich weiß, sie hatten trotz immensen Erfolges immer die ernsthafte Kritiker-Arschkarte zwischen Zep und Beatles, hauptsächlich weil sie Mercury nicht abkonnten. Taylor war / ist jedoch zweifelsohne ein multitalentiertes Tier und als Drummer ein Virtuose.

  • Andreas Spieß

    What about Carl Palmer? Sein legendäres Solo der Welcome Back My Friends Show von 1974 (Karn Evil No.9) sagt alleine schon sehr viel aus. Oder Bernd „Nossi“ Noske von Birth Control, denke da z.B. an „The Terminator strikes back“. Auch Deutsche können (konnten) Schlagzeug