Review: Devin Townsend – TRANSCENDENCE

devin townsendAtmosphärischer Prog-Rock mit latentem Metal-Anteil. Absolut hörenswert!

Seine überragende künstlerische Begabung hat sich Devin Townsend einst von Gitarrengott Steve Vai, seine mentale Fragilität und seinen notorischen Drang zu psychedelischen Substanzen von Medizinern und Suchtberatern attestieren lassen. Beim amerikanischen Multiinstrumentalisten liegen Wahnsinn und Genialität ebenso eng beisammen wie der Hang zu Pomp und großen Gesten. Auch auf seinem neuen Album TRANSCENDENCE präsentiert der 44-Jährige seine Songs mit einer derartigen Intensität, dass der Zuhörer von der enormen Wucht der Töne fast erschlagen wird. Doch bei Townsend sind Produktion und Klangdichte nicht etwa Mittel zum Zweck, um vermeintlich dünne künstlerische Substanz zu kaschieren, genau das Gegenteil ist der Fall: Der Mann ist ein überragender Songschreiber und Arrangeur, der im kreativen Teil seines Großhirns die Klangwelten von Pink Floyd ebenso abgespeichert hat wie Klassik, Prog Metal oder das bunte Reich der Filmsoundtracks. Und so lädt auch seine aktuelle Soloscheibe mit einigen namhaften Gästen wie Anneke Van Giersbergen (Ex- The Gathering) oder Mattias Eklund (Freak Kitchen) zu einer audiophilen Abenteuerreise, bei der man den Passagieren am Beginn der Fahrt zurufen möchte: bitte anschnallen, Tische hochklappen und das Rauchen einstellen.

8/10

Devin Townsend
TRANSCENDENCE
INSIDEOUT/SONY