Das letzte Wort: Sebastian Bach

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Sebastian Bach über Reality-TV, das Älterwerden und Axl.

Sebastian Bach ließ sich noch nie lange bitten, um seine Meinung zu äußern. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch wenn seine Karriere ihn zum Musical-Theater (in den Titelrollen als „Je- kyll & Hyde“ am Broadway) und ins Fernsehen (mit einer wiederkehrenden Rolle in „Gilmore Girls“ und einer Reihe von Reality-Formaten wie „I Married Sebastian Bach“) geführt hat, so bleibt er im Grunde seines Herzens doch immer noch ein Vollgas- immer-auf-die-Zwölf-Rock’n’Roll-Frontmann. „Scheiße, Mann“, schreit er, „das ist mein Job. Was glaubst du denn, über wessen Haare sie redeten, wenn sie von ‚hair metal‘ sprachen?“

In der Presseinfo zu deinem letzten Album KICKING AND SCREAMING wirst du als „einer der letzten echten Rockstars“ beschrieben. Stimmst du dem zu?
Ach, keine Ahnung. Wenn du davon redest, sich zu prügeln und verhaftet zu werden – klar, das habe ich gemacht und tue es immer noch. Aber, na ja, was ist schon ein Rockstar? Nun, Ozzy ist ein Rockstar, Judas Priest sind Rockstars. Ronnie James Dios bestes Album, das ich am fucking meisten liebe, war sein jüngstes: THE DEVIL YOU KNOW von Heaven And Hell. ›Bible Black‹ war sein fucking bester Song aller Zeiten. Das ist es, was ich will – das immer noch zu machen, wenn ich 65 bin, und immer noch die besten Songs zu schreiben, die ich schreiben kann. Das bedeutet, ein Rockstar zu sein. Es ist die Musik, an die sich die Leute erinnern, nicht der ganze andere Kram.

Nick Sterling, der Gitarrist in deiner Band, ist 21. Du bist schon länger im Geschäft, als er alt ist. Merkst du was von diesem Altersunterschied?
Auf der Bühne nicht. In diesen 90 Minuten gebe ich alles, wie ich das tue, seit ich 19 war. Aber danach fühle ich den Unterschied. Er kann ausgehen und aufbleiben, Nacht um Nacht. Das kann ich nicht mehr.

Du bist nie stehen geblieben und hast gewartet, bis die Welt wieder auf Heavy Metal steht. Du warst auf der Bühne und im Fernsehen. Was hast du daraus gelernt?
Durch „Jekyll & Hyde“ hab ich die ganzen Fernsehsachen bekommen. Jason Flomm, der Skid Row für Atlantic gesignt hatte, hatte mich den Produzenten empfohlen, weil sie einen echten Rock’n’Roller am Broadway haben wollten. Ich bekam dieses Script … Mann, das hat mich echt nervös gemacht. Jason sagte, ich solle mir Hyde als meine ›I Remember You‹ – und Jekyll als meine ›Monkey Business‹-Stimme vorstellen. Möchte ich das weitermachen? Nee. Das bedeutet mir einen Scheiß. Fernsehen bedeutet einen Scheiß.