Das letzte Wort: Lemmy Kilmister über Schmerz, Dinosaurier und Milchshakes

Lemmy_Motörhead @ Robert John (3)Lemmy über Schmerz, Dinosaurier und Milchshakes.

Er wurde am Heiligabend des Jahres 1945 als Ian Fraser Kilmister geboren. Doch man kennt ihn besser unter seinem Spitznamen, der zum Synonym für Lautstärke, Exzess und meterlange Kneipenrechnungen wurde. Es gibt nur einen Lemmy. Wenn man auf Glücksspiel steht, dann ist man bei ihm an der richtigen Adresse: Er hat es entgegen allen Erwartungen zu etwas gebracht, den Tod ausgetrickst, sich nie von Trends beeinflussen lassen, damit Motörhead durch 36 wilde Jahre geführt und mit ihrer Musik Generationen beeinflusst. Die im letzten Jahr erschienene Dokumentation LEMMY zeigte, dass er immer noch fit ist und seinen schwarzen Humor nie verloren hat.

Klassische Beerdigung oder Feuerbestattung?
Feuerbestattung. Eine klassische Beerdigung spricht mich nicht an. Der Gedanke daran, aufgefressen zu werden, kommt mir ein wenig wie eine Verpflichtung vor. Außerdem kannst du, nachdem du verbrannt worden bist, nicht plötzlich in einem Sarg aufwachen, weil man dich irrtümlicherweise lebendig begraben hat. Mit ist es scheißegal, wo meine Asche später verstreut wird. Nach ein paar Stunden ist sie sowieso weg.

Was ist deine größte Angst?
Mich hält nachts nichts wach – abgesehen von Zahnschmerzen. Ich kenne keine Angst, außer vielleicht die Angst vor extremem, lang anhaltendem Schmerz. Ich habe keine Angst vor Haien oder etwas in der Art. Ich kann nicht schwimmen, also kann ich das gleich abhaken. Wahrscheinlich hätte ich Angst vor dem Tyrannosaurus Rex, wenn man ihn auf die Erde zurückholen würde.

Du lebst in L.A. Hast du dir jemals überlegt, eine Therapie zu beginnen oder dich einer Schönheitsoperation zu unterziehen?
Nein. Für eine Therapie bin ich einfach zu sehr Engländer. Und Schönheitsoperationen … ich hasse Krankenhäuser wie die Pest. Dort haben sie immer nur schlechte Nachrichten für dich. Freiwillig bekommen mich da keine zehn Pferde rein. Aber ich werde auch nicht nach England zurückgehen. Ich bin stolz, Engländer zu sein, doch das England, auf das ich stolz bin, ist schon lange Geschichte. Die Unruhen zeigen dies ganz deutlich. Okay, es gab schon immer Unruhen. Wenn du der Jugend einen triftigen Grund lieferst, dann werden sie auf die Straße gehen und Sachen herumwerfen.

Ist es frustrierend für dich, wenn andere Leute deine Sammlung von Nazi-Gegenständen missverstehen?
Wenn diese Leute wirklich denken, dass ich ein verdammter Nazi bin, dann sehe ich sowieso keine Hoffnung für sie. Nur weil du etwas sammelst, heißt das noch lange nicht, dass du auch so bist. Wenn jemand Baseball-Sachen sammelt, glauben die Leute doch auch nicht gleich, dass du Babe Ruth bist. Das ist Schwachsinn. Es ist eine Sammlung. Punkt.

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