Bruce Springsteen: Dreieinhalb Stunden triumphaler Rock’n’Roll in München

bruce springsteen liveVor 57.000 Fans spielte Bruce Springsteen am Freitagabend (17. Juni) ein sensationelles Konzert im Münchner Olympiastadion. Wir waren live dabei.

Am Morgen hatte es noch schlecht ausgesehen. Nasskaltes Wetter, grauer Himmel. Erinnerungen wurden wach an das letzte Springsteen-Konzert in München vor drei Jahren, als es durchgehend in Strömen geregnet hatte. Doch nachmittags kam der Wetterumschwung, und als um kurz nach sieben die abgedunkelten SUVs pünktlich in die Arena rollten, war der Himmel über dem Olympiastadion strahlend blau.

Und bereits bei der ersten Nummer war klar, es stand Großes bevor: ›Prove It All Night‹, samt minutenlangem E-Gitarrenintro. Gefolgt von ›Badlands‹ und ›Out In The Street‹ – ab da hatten Bruce Springsteen und seine E Street Band (Steven Van Zandt, Max Weinberg, Roy Bittan, Garry W. Tallent, Nils Lofgren, Jake Clemons und Geigerin Soozie Tyrell) das Publikum in der Hand.

Mit ›Prove It All Night‹ inklusive Gitarrenintro eröffnete Bruce Springsteen den Abend:

Die ersten eineinhalb Stunden des Abends waren ziemlich hart. Es gab einige schnellere Songs aus THE RIVER, eine Rockabilly-Fassung von ›Johnny 99‹ und ein wuchtiges ›Youngstown‹ zu hören. Ein Gitarrensolo jagte das nächste, wobei sich vor allem der wie entfesselt spielende und Pirouetten drehende Nils Lofgren hervortat.

Bei ›Youngstown‹ zeigte Nils Lofgren seine Gitarrenkünste:

Ab ›The River‹ wurde es kurzzeitig ein wenig ruhiger, mit ›American Skin (41 Shots)‹ bezog sich Springsteen auf die aktuelle Welle von Terror und Gewalt in den USA und Europa. Im Hintergrund – ob geplant oder nicht – schallte das Krachen eines Feuerwerks durch den Olympiapark.

In der Folge spielten der 66-Jährige und seine Mitstreiter unter anderem ›The Promised Land‹, ›Waitin‘ On A Sunny Day‹, ›I’m on Fire‹ und ›Land Of Hope And Dreams‹. Und ebenfalls noch vor der Zugabe: ›Because The Night‹ und ›Thunder Road‹.

Mit ›41 Shots ( American Skin)‹ brachte Springsteen eine politische Note ein:

Die Extraschicht eröffnete Springsteen mit ›Born In The U.S.A.‹ und ›Born To Run‹. Zu ›Tenth Avenue Freeze-Out‹ wurden in Erinnerung an den verstorbenen Saxofonisten „Big Man“ Clarence Clemons alte Konzertaufnahmen auf der Leinwand gezeigt, auch des langjährigen Organisten Danny Federici wurde gedacht.

Als mitreißende Rausschmeißer dienten ›Seven Nights To Rock‹ von Moon Mullican und das Isley-Brothers-Cover ›Shout‹. Wie in den 70ern schrie Springsteen seinen Schlachtruf heraus: „I’m just a prisoner… of Rock’n’Roll.“

Nach mehr als drei intensiven Stunden schien es vorbei zu sein. Die Band hatte die Bühne verlassen, die SUVs standen abholbereit neben der Bühne.

Da machte Springsteen noch einmal kehrt, kam allein mit Akustikgitarre und Mundharmonika zurück und spielte eine wunderschöne Fassung von ›For You‹ aus seinem allerersten Album GREETINGS FROM ASBURY PARK, N.J. (1973).

Am Ende gab der Mann aus New Jersey eine akustische Version von ›For You‹ zum Besten:

Als sich die Besuchermassen hinterher aus dem Stadion wälzten, waren Gesprächsfetzen der Begeisterung zu vernehmen – auch wenn die Ohren wie betäubt waren. Euphorie stand in den Gesichtern. Der „Boss“ hatte geliefert, kein Zweifel.

Setliste:
1. Prove It All Night
2. Badlands
3. Out in the Street
4. Sherry Darling
5. Two Hearts
6. No Surrender
7. Hungry Heart
8. You Can Look (But You Better Not Touch)
9. Death to My Hometown
10. My Hometown
11. Johnny 99
12. Youngstown
13. Murder Incorporated
14. The River
15. American Skin (41 Shots)
16. The Promised Land
17. Working on the Highway
18. Darlington County
19. Waitin‘ on a Sunny Day
20. I’m on Fire
21. Because the Night
22. The Rising
23. Thunder Road
24. Land of Hope and Dreams
Zugabe:
25. Born in the U.S.A.
26. Born to Run
27. Seven Nights to Rock
28. Dancing in the Dark
29. Tenth Avenue Freeze-Out
30. Shout
31. For You (akustisch)