Brian May: Ein neues Queen-Album ist unterwegs

Queen (9)„Verlorene Songs“ gefunden – inklusive Duette mit Michael Jackson

Brian May hat bekanntgegeben, dass es ein neues Queen-Album geben wird, auf dem bislang unveröffentlichte Aufnahmen des verstorbenen Sängers Freddie Mercury zu hören sein werden. „Ich dachte nie, dass es dazu kommen würde“, so der Gitarrist, „aber ich glaube, wir haben sehr interessantes Material. Es ist sehr aufregend.“

Das Projekt ist noch in einer frühen Entwicklungsphase, weshalb May noch sehr zurückhaltend ist, was Details über die Stücke auf dem Album oder gar ein Veröffentlichungsdatum angeht. Doch er bestätigt, dass er und Schlagzeuger Roger Taylor gegenwärtig diverse „verlorene“ Queen Tracks durchstöbern – inklusive einiger Duette von Mercury mit Michael Jackson.

„Die Menge an Material, die in den letzten Jahren aufgetaucht ist, ist einfach unglaublich“, so May. „Diese Bänder waren vergessen worden und kommen von diversen Orten. Wir wussten, dass sie existierten, aber wir hatten uns nicht groß darum gekümmert. Aber sobald wir tatsächlich Nachforschungen dazu anstellten und diese Originalbänder fanden, wurde uns klar, dass da viel mehr Material existierte, als uns bewusst war.“

Laut May wird das neue Album ähnlich wie MADE IN HEAVEN von 1995 entstehen, auf dem die überlebenden Bandmitglieder Stücke aus Demos komplettierten, die Mercury vor seinem Tod 1991 aufgenommen hatte. „Du arbeitest mit Freddies Stimme, wie wir das damals bei MADE IN HEAVEN taten“, so Brian May. „Und ja, das kann dich oft emotional berühren. Es kann manchmal schwer sein. Aber das muss man wegstecken. Und nach einer Weile kommst du darüber hinweg und du arbeitest einfach mit großartigem Material. Also ist es die Mühe wert.“

May bestätigt, dass drei Duette von Mercury mit Michael Jackson ausgegraben wurden. ›There Must Be More To Life Than This‹, ›Victory‹ and ›State Of Shock‹ wurden 1983 aufgenommen, angeblich als Teil einer größeren Zusammenarbeit der beiden, die letztlich aufgrund unvereinbarer Terminkalender nie zustande kam. ›State Of Shock‹ nahm Jackson später mit Mick Jagger neu auf. „Wir liefen Michael auf Tour recht oft über den Weg“, so May. „Er sah sich Queen im Madison Square Garden an und liebte die Produktion, also ‚borgte‘ er sich ein paar Elemente davon für die ‚Victory‘-Tour. Er machte keinen Hehl daraus. Man hört, dass diese Songs eine Menge Spaß gemacht haben.“

Neben dem neuen Album arbeitet May an weiteren Queen Projekten. Der lang erwartete Film über Freddie Mercurys Leben ist nach wie vor in Arbeit, wenngleich Sacha Baron Cohen, der ursprünglich die Hauptrolle übernehmen sollte, nicht mehr an Bord ist. „Sacha ist ein Freund, den ich sehr respektiere“, so May, „aber wir kamen zu dem Schluss, dass es letztlich nicht richtig war.“

Roger Taylor sagte kürzlich, dass die Band Ben Whishaw („Skyfall“) als Nachfolger für Baron Cohen bevorzuge. Er erzählt uns auch, dass er und May in Zukunft wieder als Queen auftreten wollen – mit oder ohne Adam Lambert. „Ich habe meine Bedenken dabei, es Queen zu nennen, wie man sich vorstellen kann – es ist etwas anderes. Aber Adam hat eine Stimme wie kein Zweiter. Freddie hätte es geliebt. Und ich bin niemand, der einfach nur Gitarre spielt, um Zeit totzuschlagen. Ich mag es, wenn die Gitarre Teil eines Kreativprozesses ist, Songs zu erschaffen, und um Songs zu performen, brauchst du einen Sänger. Wir werden sehen, welche Möglichkeiten sich in der Zukunft ergeben.“

Ein Opfer dieser neuen Aktivität ist eine Anthologie weniger bekannter Balladen unter dem Arbeitstitel QUEEN FOREVER, die May und Taylor über das vergangene Jahr kompiliert hatten. „Das Album existiert als Embryo, aber ich denke, wir legen es auf Eis. Wir interessieren uns mehr für das Material, das noch gar nicht gehört wurde. Das ist etwas, das uns ganz in Beschlag nimmt.“