Bon Jovi – BON JOVI / 7800° FAHRENHEIT / SLIPPERY WHEN WET / NEW JERSEY / KEEP THE FAITH / THESE DAYS / CRUSH / BOUNCE / HAVE A NICE DAY / LOST HIGHWAY

BonJovi-LostHighway-1_grossBon Jovi im Überblick: Klanglich optimierte Werkschau mit Bonustracks.

Mögen Bon Jovi als Inbegriff des ame-rikanischen Mainstream-Rock gelten – entdeckt wurde die massenkompatible Mixtur aus pfundigem Kumpelrock mit dem Kreischfaktor für die Damenwelt von einem Schotten: Derek Shulman, ehemaliges Mitglied der Prog-Rock-Kuriosität Gentle Giant, signte als Polygram-Chef Bon Jovi 1983 für das Label Mercury. Die Band aus New Jersey dankt seitdem mit eiserner Firmentreue.

Anlässlich des 25. Bandjubi-läums 2009 liegen zehn Studioalben klanglich optimiert als Special Edition mit unveröffentlichten Bonustracks vor: Noch nicht als einheitliche Formation präsentierten sich Sänger Jon Bongiovi, Gitarrist Richie Sambora, Keyboarder David Bryan, Bassist Alec John Such und Schlagzeuger Tico Torres zur Premiere von BON JOVI. Co-produziert von Jons Cousin Tony Bongiovi und Lance Quinn, schwankte das Debüt halbgar zwischen Bruce Springsteen und Southside Johnny & The Ashbury Dukes, zumindest die Single ›Runaway‹ erwies sich aber als griffig. Vier Auskopplungen (›Only Lonely‹, ›In And Out Of Love‹, ›The Hardest Part Is The Night‹, ›Silent Night‹) lieferte der Nachfolger 7800° FAHRENHEIT ein Jahr später mit erklecklichen Verkäufen in den USA und Europa. Doch dauerte die Suche nach dem eigenem Stil noch an.

Eventuelle Zweifel an der Kompetenz wischte schließlich 1986 SLIPPERY WHEN WET hinweg: 28 Millionen Kopien verkaufte das von Bruce Fairbairn produzierte Werk weltweit. Bis auf den heutigen Tag dudeln die erstmals unter Mithilfe des Komponisten Desmond Child entstandenen Ohrwürmer ›You Give Love A Bad Name‹, ›Livin’ On A Prayer‹, ›Wanted Dead Or Alive‹ und ›Never Say Goodbye‹ im Radio.

Noch im Aufwärtstrend befand sich zwei Jahre später NEW JERSEY, obwohl der Verkaufsrekord des Vorgängers nicht getoppt werden konnte. Radiofreundlich bis zum Abwinken wurde das extrem gefällige Erfolgsrezept mit ›Bad Medicine‹, ›Born To Be My Baby‹, ›I’ll Be There For You‹, ›Lay Your Hands On Me‹ und ›Living In Sin‹ von Fairbairn ausgewalzt.

Produzent Bob Rock verhalf Bon Jovi 1992 zu einem erwachseneren Konzept auf KEEP THE FAITH. Trotz sechs Auskopplungen mit u.a. ›Bed Of Roses‹, ›I’ll Sleep When I’m Dead‹ und ›In These Arms‹ sanken die Absatzzahlen.

Da waren’s nur noch vier: Bassist Alec John Suchs bis heute nie plausibel erklärte Verbannung riss auf THESE DAYS allerdings kein Loch ins Gruppengefüge. Erstmals zeichneten Teile der Band als Produzenten verantwortlich für gewohnt schnörkellose Kost wie ›This Ain’t A Love Song‹, ›Something For The Pain‹ und ›Lie To Me‹. Lange fünf Jahre verstrichen, bis CRUSH vorlag. Abermals auf Nummer sicher fuhren ›It’s My Life‹, ›Say It Isn’t So‹ und ›Thank You For Loving Me‹. Erstmals kein Platin erwirtschaftete 2002 BOUNCE mit mäßigen Hits wie ›Everyday‹, ›Misunderstood‹ und ›All About Lovin’ You‹.

Für Konfusionen sorgte dann HAVE A NICE DAY drei Jahre später: Unterschied sich die von eingeschworenen Fans bevorzugte inoffizielle Urversion doch vom endgültigen Produkt mit anderem Tracklisting, alternativen Versionen, angeänderten Texten und rauerem Mix. Ein-gängiges wie ›Welcome Wherever You Are‹ setzte sich aber ohnehin durch. Wirklich zu überraschen verstanden Bon Jovi 2007 mit dem in Nashville entstandenen Americana-Versuch LOST HIGHWAY im ungewohnt sperrigen Zuschnitt zwischen Country, Blues, Folk und Rock. Holland, Deutschland, Japan, Amerika, die Niederlande und die Schweiz dankten so viel Wagemut mit ersten Plätzen in den Charts.

 

Bon Jovi  5

7800° Fahrenheit 6

Slippery When Wet 8

New Jersey 8

Keep The Faith 9

These Days 7

Crush 7

Bounce 6

Have A Nice Day 7

Lost Highway 10