Review: Blues Pills – LADY IN GOLD

bluespills albumEnorme Weiterentwicklung.

Mit ihrem Debüt präsentierte die Band um die charismatische Front­frau Elin Larsson einen der Classic-Rock-Höhepunkte der letzten Jahres, was die Erwartungen an den Nach­folger nicht eben schmälerte. Wird das Zweitwerk neue Akzente setzen oder gehen die Blues Pills auf Nummer sicher und liefern einen Aufguss des Debüts? Nein, so tickt diese Band nicht. Das Quartett, das wird schon beim ersten Durchgang deutlich, ist gereift, hat sein Songwriting vertieft und stellt sich musikalisch breiter auf. Die Songs wirken feinfühliger, erfreuen zum großen Teil mit packenden Melodien, ohne dabei ins allzu Kom­merzielle abzudriften. Die Tracks sind vielschichtig, haben Unmengen von Details, die sich einem aber erst nach einigen Durchgängen vollends erschließen. Abwechslungsreichtum ist Trumpf auf LADY IN GOLD. Das flotte ›Rejection‹ mit seiner großen Melodie und dezidiertem Früh-70er-Touch enthält im Mittelteil einen fantastisch spacigen Gitar­renpart, ›Little Boy Preacher‹ ist von R&B beeinflusst, lebt von einer gigantischen Melodie, die nur noch von Larssons einzigartiger Stimme getoppt wird. Ruhig und emotional geht es bei ›I Felt A Change‹ zu, ›Gone So Long‹ evoziert Gänsehaut, ›Elements And Things‹ begeistert mit der intensivsten Gitarrenarbeit des gesamten Albums. Mit LADY IN GOLD überraschen und überzeugen die Blues Pills also zum zweiten Mal. Ist ihnen erneut ein zukünftiger Klassiker gelungen? Es gibt nichts, was dagegen spräche.

9/10

Blues Pills
LADY IN GOLD
NUCLEAR BLAST/WARNER