Blackberry Smoke: München, Strom

Blackberry SmokeDSC_0829Blackberry Smoke, Blackberry Smoke…!

Seit einem Monat kann jeder Europäer, der die amerikanischen Südstaaten im Rocker-Herzen trägt, das bereits zwei Jahre alte Album THE WHIPPOORWILL von Blackberry Smoke auch in heimischen Plattenläden kaufen. Vier Wochen also, in denen sich die Herren aus Georgia einen Namen machen konnten, damit sie auf ihrer Tour durch die alte Welt nicht vor halbleeren Hallen spielen müssen. So zumindest könnte man meinen und damit grandios falsch liegen. Berlin war bereits ein voller Erfolg, Hamburg und Köln waren ausverkauft und jetzt steht auch hinter dem Termin für München ein dickes „ausverkauft“. Beim Rundblick über das Publikum im Strøm gewinnt man den Eindruck, als hätten sich alle bayerischen Biker zu einem clubübergreifenden Konzertausflug getroffen. Aufgefüllt wird der Restraum des Stroms mit allen übrigen Gattungen der Spezies Rockfan. Es ist kaum zu glauben, denn die Stimmung ist nicht die eines Geheimtippkonzerts, sondern eine feierliche Spannung, als würden die Fans eine Band des Kalibers Lynyrd Skynyrd erwarten. So machen sich einige BBS-Anhänger ihrer Begeisterung kurz vor Show-Beginn mit „Blackberry Smoke!“-Sprechchören Luft. Nun betreten Charlie Starr und seine Südmänner die Bühne und eröffnen mit ›Leave A Scar‹ ein Set, das inklusive Zugaben ganze 20 Stücke umfassen wird und somit – das vorweggenommen – keine Wünsche offen lässt. Neben einem Großteil der Songs, die von THE WHIPPOORWILL stammen, spielen Blackberry Smoke einige ältere Lieder aus ihrem eigenen Repertoire und feiern ihre Wurzeln mit dem Traditional ›Deep Elem Blues‹. Der drahtige Koteletten-Charlie führt seine Band doch recht wortkarg, dafür um so stimmkräftiger während der Songs, durch zurückgelehnt coole Nummern zwischen County-Harmonien und Rock’n’Roll, auf die das Bier und Whisky-Cola-geneigte Publikum beinahe schon übermäßig reagiert. So wird zum Halbzeit-Song ›Everybody Knows She’s Mine‹, der eine eigentlich entspannte Liebeserklärung ist, röhrig mitgegrölt. Nach dem tonnenschweren ›Ain’t Much Left Of Me‹ verschwindet die Band kurz von der Bühne, um nochmal für zwei Stücke zurück zukommen. Nach ›Fire In The Hole‹ folgt das zweite noch traditionellere Traditional des Abends: ›Man Of Constant Sorrow‹, entstanden im Jahr 1913, beendet diesen Southern-Marathon. Na ja, nicht ganz. Zum Schluss ist noch einmal das Publikum an der Reihe: „Blackberry Smoke! Blackberry Smoke!…“