Black Label Society – Neustart ohne Neuerung

Black Label SocietyNach seiner Krankheit und dem Aus als Gitarrist von Ozzy Osbourne meldet sich
Zakk Wylde mit einem neuen Black Label Society-Album zurück.

Zakk, ORDER OF THE BLACK klingt frischer als die bisherigen Black Label Society-Alben. Komponierst du anders als Nüchterner?
Nein. Denn ich war nie komplett voll, wenn wir eine Platte eingespielt haben. Zwar auch nie ganz nüchtern, aber eben auch nicht betrunken. Nach ein paar Bier war ich angeheitert und in bester Stimmung, aber nicht außer Kontrolle. Ich wusste stets, was ich tat. Das war mir wichtig, denn ich wollte sicher sein, dass die Songs cool klingen. Und ich habe mir all Sachen, die wir in der Nacht aufgenommen hatten, immer auch noch mal nüchtern angehört, um zu checken, ob das Material auch wirklich gut ist.

Inwiefern hat sich dein Songwriting-Ansatz verändert, seit du all deine Songwriter-Zeit für Black Label Society verwenden kannst?
Es ging mir noch nie um einzelne Bands oder einzelne Projekte. Ich wollte einfach nur Musik machen. Wenn ich komponiere, denke ich nicht darüber nach, ob ich gerade an einem Song für Ozzy arbeite oder für Black Label Society. Es geht um den Song, die individuelle Idee.

Hast du dir diesmal andere Platten zur Inspiration angehört?
Es hat sich auch in dieser Hinsicht wenig verändert. Eigentlich schon seit meiner Kindheit nicht, wenn ich ehrlich bin… Ich habe Classic Rock-Radio gehört, seit ich denken kann. Mir ging es um die Musik, aber auch um die Kommentatoren, die immer krasse Sachen erzählt haben. In Sachen Sound hat mich Allan Holdsworth begeistert, dann natürlich Black Sabbath und Led Zeppelin, aber auch Elton John, Cream, Jimi Hendrix oder Bad Company.

Sieht dein Alltag anders aus, seit du nicht mehr bei Ozzy bist?
Auch das nicht. Ich stehe immer noch morgens auf, trinke erst einmal einen Kaffee, spiele ein bisschen am Klavier herum und gehe dann in den „Bunker“, das ist ein Gebäude auf meinem Grundstück, in dem wir ein Studio eingebaut haben. Wenn ich dort bin, geht es in erster Linie darum, dass der Sound und die Atmosphäre stimmen, denn nur dann bin ich kreativ. Daran hat sich nichts geändert – diese beiden Dinge inspirieren mich immer noch genauso wie früher. Daher mache ich nie Demos. Für mich ist das Zeitverschwendung. Wenn ich etwas mache, dann sofort richtig. Ich vergleiche das immer mit einer Hochzeit. Da macht man doch auch keinen Probelauf, sondern zieht die Sache sofort durch. Abgesehen davon, dass es die Braut wahrscheinlich auch nicht witzig finden würde, wenn sie erst zu einer Testheirat antreten müsste, bevor es dann richtig losgeht…

Welche Rolle beim Songwriting spielt euer neuer Drummer Will Hunt – und wie geht er mit der Doppelbelastung um?
Ja, er spielt auch bei Evanscence, aber das ist kein Problem. Das ist ja das Schöne bei Black Label Society. Hier wird niemand rausgeworfen – jeder kann kommen und gehen, wann er will. Die Tür steht immer offen.

Wollt ihr euch nun auch hierzulande öfter live sehen lassen?
Zunächst spielen wir in den USA. Aber wir werden im Frühjahr größtenteils in Europa unterwegs sein und auch Zeit in Asien und Australien verbringen. Ich weiß, dass wir nicht oft hier waren. Das soll sich ändern.