Biters: München, Garage Deluxe (23.02.16)

bitersDie wilden 70er 

Nur wenige Rockfans verirren sich an diesem Champions League-Abend in die Garage deluxe. Die paar Unverbesserlichen, die Stadionrock höher bewerten als das Fußballstadion, werden mit einer spektakulären Show belohnt. Die Biters aus Atlanta entführen für eine Stunde in die 70er Jahre, als Bands wie Cheap Trick und Kiss über die Erde streiften. 60 Minuten sitzt jede Pose und jede Geste, die Instrumente tief, die Tattoos genau richtig und vor allem die starken Melodien punktgenau. Obwohl das geplante Intro ›Baba O’Riley‹ zu Anfang nicht vom Band kommt, geht die junge Band gleich steil, als ob sie das Wembley-Stadion rocken würde. Die neuen Songs wie ›1975‹ und ›Heart Fulla Rock N Roll‹ versprühen den Geist der 70er, die ältere Nummer ›So Many Nights‹ klingt sogar nahezu identisch wie der Thin-Lizzy-Klassiker ›The Boys Are Back Town‹. Das hat nichts mit Abkupferei zu tun, sondern mit Respekt vor den Helden. Zwischendrin werden weitere Idole zitiert und mal kurz ›Detroit Rock City‹ von Kiss oder ›Hold On Loosely‹ von 38 Special angespielt.
Ein noch deutlicheres Bekenntnis zu den 70ern als die abschließende Kiss- Cover-Version von ›Strutter‹ geht sowieso nicht. Vorher aber zieht Fronter Smith noch mal alle Register, spielt Gitarre auf den Schultern eines Roadies, trinkt mit den Fans auf der Bühne Bier und springt kopfüber in die überschaubare Menge. Anschließend fühlt man sich, als ob man eben Cheap Trick, Lizzy und Kiss auf einmal erlebt hat, dabei waren es „nur“ die Biters.