Review: Ginger Baker – Beware Of Mr. Baker

91pfqBYZl5L._SL1500_Ein Visionär und Arschloch.

Viele behaupten, Ginger Baker hätte das Rock’n’Roll-Schlagzeugspiel erfunden. Mit seiner wuchtigen Spielweise prägte er nachfolgende Drummer-Generationen und erfand in gewisser Weise den Heavy Metal (auch wenn er das bis heute bereut). Doch Peter Edward Baker (wie er mit bürgerlichem Namen heißt) war – und ist bis heute – auch eine sehr eigene und sehr schwierige Person. Das zeigt die Dokumentation „Beware Of Mr. Baker“ schon in den ersten Szenen. Regisseur Jay Bulgur spricht mit Baker bei dessen Haus in Südafrika (dort lebt der 74-Jährige seit einiger Zeit) und erzählt ihm, dass er für den Film auch mit einigen seiner ehemaligen Mitmusiker reden wird. Daraufhin rastet Baker aus, beschimpft ihn wild und schlägt ihn schließlich mit seinem Gehstock ins Gesicht – Bulgurs Nase ist gebrochen. Doch das hat den jungen Regisseur nicht aufgehalten. Neben sehr ehrlichen Aussagen von Baker selbst, spricht er auch mit seinen Weggefährten wie Eric Clapton und lässt viele Schlagzeuger zu Wort kommen (etwa Neil Peart, Carmine Appice und Lars Ulrich), die beschreiben, warum Baker einen so großen Einfluss hatte. Auch seine Kinder sprechen ehrlich über ihren extravaganten Vater. Abgerundet mit vielen Originalaufnahmen aus den letzten fünf Jahrzehnten, ist „Beware Of Mr Baker“ nicht nur das Portrait eines außergewöhnlichen Mannes, sondern das einer ganzen Rockgeneration.