3 Doors Down: Stuttgart, Porsche-Arena (25.10.2016)

Rock-Juniortüte

Alles ganz nett, aber es bleibt eben nichts hängen. Nein, wir reden hier nicht über einen neuen Film, in dem wahlweise Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer die Hauptrolle spielen. Obwohl, ein kleines bisschen sind 3 Doors Down ja schon die seichte Kinounterhaltung des Rock. Das heißt bei der Band aus Mississippi: Wie eine Rock-Band rüberkommen, aber im Herzen doch eher eine Pop-Band sein. Seit ihrem Hit ›Kryptonite‹ hat sich daran nichts geändert, immer noch gastieren sie selbst in den großen Hallen, die sie schon mit Nickelback als Support (was für eine Kombo!) bereisten. Wobei: Die Stuttgarter Porsche-Arena ist an diesem Dienstagabend dann doch eine ganze Nummer zu groß für 3 Doors Down.

Ehe es ein Wiedersehen mit den Saubermännern gibt, darf noch so ein seltsames Phänomen ran: Pop Evil, seit Jahren auf großem Fuß, auch an diesem Abend an Überheblichkeit und Headliner-Posen nicht zu überbieten. Musikalisch letztlich genauso handzahm wie 3 Doors Down, aber immerhin großmäuliger. Das geht den Stars des Abends im Anschluss völlig ab. Natürlich nicht schlecht, aber eben routiniert zocken sie ihre Show, in der die eine oder andere härtere Nummer (›Duck And Run‹) beinahe fehl am Platze wirkt. Im Grunde wartet die Halle ohnehin auf ›Kryptonite‹, ›There Without You‹ und ›When I’m Gone‹. Man will ja auch mal wieder mitsingen! Die kommen natürlich zum Schluss, werden erwartungsgemäß lauthals goutiert und haben auch durchaus ihren Charme.

Wenn es alles nur nicht so nach Reißbrett klingen würde. Was völlig fehlt, ist die Impulsivität, der schroffe Furor einer Rock-Show. Obwohl: Im direkten Vergleich zum letzten Album US AND THE DARK entfalten diese Nummern fast schon subversives Potenzial. Gilt auch für die Spielzeit: In Boyband-Manier ist nach 70 Minuten Schluss.